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So vermeidest Du Einwegplastik in Deinem Zuhause

Hand hält festes Shampoo

Als der Barbie-Girl-Song 1997 herauskam, war Plastik auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Das Material wurde nach dem Motto Life in plastic, it’s fantastic als praktisch, billig und super vielseitig gefeiert. Heute, über 20 Jahre später, können wir darüber nur noch den Kopf schütteln. Denn wir wissen, was Plastik mit unserer Welt und unserem Körper macht.

Ein verblüffendes Bild dazu hat der WWF parat: eine Kreditkarte, gehalten von Essstäbchen. Die University of Newcastle fand in der dazugehörigen Studie heraus, dass der Mensch pro Woche im Durchschnitt fünf Gramm (Mikro-)Plastik über seine Atmung und Ernährung in sich aufnimmt. Dies entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte!

Plastik ist mittlerweile einfach überall. Nicht nur in Form von achtlos weggeworfenen Flaschen im Stadtpark, sondern auch in der Luft, die wir atmen, in unserem Wasser und in unserer Nahrung. 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll fielen im Jahr 2018 an , jeder Deutsche wirft 227,5 kg Kunststoff im Jahr weg.

Wenn Dir von diesen Zahlen auch leicht schwindelig wird, dann lass uns gemeinsam etwas dagegen unternehmen: Wir haben Tipps zusammengestellt, mit denen Du das Einwegplastik in den Problemzonen Bad, Küche und Wohnbereich ganz einfach reduzieren kannst. Das Ergebnis: Mehr Gesundheit, ein reines Gewissen – und weniger Müllrausbringen!

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Badezimmer – sauber und gepflegt ohne Verpackungsmüll.

  • Fest statt flüssig: Mittlerweile gibt es großartige, duftende und pflegende Produkte in fester Form, die dem Vergleich mit den herkömmlichen, in Plastik verpackten Artikeln mehr als Stand halten. Was Du ersetzen kannst:
    1. Zahnpasta mit Zahnputzpulver oder -tabs.
    2. Flüssigseife, -shampoo, -duschgel und Rasierschaum mit fester Seife.
    3. Deospray mit festem Deo oder Deocreme aus einem Glastiegel.
  • Mehrweg- statt Einmalprodukt: Warum fällt gerade im Badezimmer so viel Plastikmüll an? Schuld ist unsere Wegwerfmentalität. Wir denken, es sei hygienischer, Körperpflegeprodukte wegzuschmeißen, statt sie zu reinigen und wiederzuverwenden bzw. aufzufüllen. Überzeuge Dich vom Gegenteil:
    1. Nutze statt feuchten Tüchern aus der Packung waschbare Abschminkpads oder Waschlappen für Gesicht und Körper.
    2. Die rote Welle naht? Menstruationstassen, Stoffbinden und Periodenunterwäsche sind bequem, sicher und nachhaltig.
    3. Für viele Produkte wie etwa Seife oder Creme bieten Hersteller eine praktische Refill-Option.
  • Auf nachhaltige Materialien achten: Fast jeder Drogeriemarkt hat Alternativen zu Produkten aus Plastik oder Verbundstoffen im Sortiment, z. B.:
    1. Zahnbürsten aus Bambus.
    2. Wattestäbchen auf Holz- oder Papierbasis.
    3. Kosmetikprodukte mit Verpackungen aus (recyceltem) Papier oder Glas.
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Küche und Einkaufen – für mich bitte ohne.

  • Leitungswasser trinken: Es ist eines unserer sichersten Lebensmittel und garantiert plastikfrei. Du kannst es für unterwegs in die FLSK Trinkflasche abfüllen und mit Zitronenscheibe, Minze und Co. oder prickelnder Kohlensäure aufwerten.
  • Unverpackt einkaufen: Suche nach Händler:innen, die ihre Ware ohne Verpackung anbieten. Das können Unverpackt-Läden in größeren Städten oder auch lokale Lebensmittelproduzenten sein, die Du auf Märkten findest oder in Hofläden besuchen kannst. Oft gibt es vor Ort Pfandbehälter oder Du bringst einfach Deine eigenen Edelstahlboxen, Brotbeutel oder Gläser mit.
  • Klotzen statt kleckern: Nicht jedes Lebensmittel gibt es komplett ohne Plastikverpackung. Willst Du nicht verzichten, greife besser zur großen Vorratspackung anstatt zur Kleinpackung. Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch umweltfreundlicher.
  • Aufbewahren, abdecken, einfrieren: Fast überall kannst Du Plastikprodukte wie Gefrierbeutel, Frischhaltefolie oder Kunststoffboxen durch Küchenhelfer aus nachhaltigen Materialen ersetzen. Wie das geht, liest Du in unseren 6 Tipps für mehr Nachhaltigkeit in Deiner Küche.
  • Die Plastiktüte ist ein Dauerbrenner in den Umweltdiskussionen. Mach kurzen Prozess: Verweigere jede neue Plastiktüte beim Einkaufen, nutze die vorhandenen, bis sie auseinanderfallen und ersetze sie dann durch ein oder zwei schöne Baumwollbeutel.
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Wohnbereich – schöner Wohnen mit Holz, Baumwolle, Edelstahl.

  • Es gibt für jeden Hocker, Korb oder Aufbewahrungsboxen aus Plastik eine grünere (und hübschere!) Alternative, z. B. aus Holz oder Edelstahl. Auch hier gilt: Alltagsgegenstände und Möbel erst am Ende ihres Lebenszyklus ersetzen.
  • Abends vor dem Fernseher etwas vom Lieferdienst futtern? Lieben wir doch alle. Aber die Berge an Styroporbehältern, die danach in der Tonne landen, können einem den Appetit verderben. Für eine bessere Müllbilanz bestelle bei Restaurants, die ein Pfandsystem oder zumindest Schachteln aus Maisstärke nutzen. Alternativ kannst Du auch nachfragen, ob Du das Essen mit eigenen Behältern abholen kannst.
  • Dein Zuhause muss sauber sein, damit Du Dich richtig wohlfühlst. Doch dafür brauchst Du nicht zig Reiniger in Plastikflaschen. Setze lieber auf Hausmittel wie Kernseife oder Soda, oder mache Deine Putzmittel einfach selbst (Anleitungen gibt zahlreich im Netz).


So, das war eine ganze Ladung an Inspiration für Dich und Dein plastikfreies Leben. Bereit, Deine Tonne auf Diät zu setzen? Am besten fängst Du mit dem Punkt an, der Dir am einfachsten erscheint und auf den Du neugierig bist. Neue Erfahrungen und ein besseres Lebensgefühl warten auf Dich – also vergiss nicht, Spaß dabei zu haben!

Noch mehr Tipps zur Vermeidung von Einwegplastik findest Du übrigens in unserem Ratgeber Besser leben mit weniger Müll – Minimal Waste für Einsteiger.