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Wie fair kann „Made in China“ sein?

Wie fair kann „Made in China“ sein?

Kurz und knapp:

  • Bei regionaler EU-Fertigung würden unsere Produkte aufgrund fehlender Infrastruktur über 200 Euro kosten.
  • In Zhejiang arbeiten wir seit Jahren partnerschaftlich mit unseren Produzenten und haben ein 5-köpfiges FLSK Team vor Ort.
  • In den Produktionsstätten können wir faire Arbeitsbedingungen wie Mindestlohn, freie Arbeitnehmervertretungen und gut bezahlte Überstunden garantieren.

Zhejiang - eine vielseitige Provinz im Südosten Chinas. Einerseits landwirtschaftlich geprägt als „Land der Fische und des Reises“. Andererseits weltweiter Dreh- und Angelpunkt für die Fertigung von Edelstahlprodukten. Und FLSK? Mittendrin!


Deutsche Produktion als Wunschtraum

Doch wieso nicht Deutschland, wenigstens Europa? Bereits in den ersten Unternehmensmonaten war die Fertigungsthematik omnipräsentes Thema. Es folgten endlose Anfragen und Gespräche. Von der Idee, angrenzende Industrien wie den deutschen Anlagenbau umzurüsten, bis hin zur polnisch-tschechischen Produktionsstätte. Die ernüchternde Erkenntnis: Die regionale Fertigung bleibt vorerst ein Wunschtraum. Die Kernproblematik bei allen Varianten ist die Wirtschaftlichkeit. Denn eine Trinkflasche für über 200 Euro würden wir schlichtweg nicht verkaufen können.  


China - der Edelstahlexperte

Deutschland, ganze Teile Europas haben sich seit vielen Jahren mehr und mehr aus dem Fertigungssektor zurückgezogen. Gleichzeitig hat sich die Herstellung von Edelstahlprodukten immer stärker nach Asien verlagert – neben vielen anderen Branchen. Eine wirtschaftliche Produktion in unseren Breitengraden? Unmöglich! Die Infrastruktur ist schlichtweg abhandengekommen. Im Gegensatz dazu professionalisierte sich die chinesische Region Zhejiang immer weiter. Das zeigt sich durch die sehr kurzen Produktionswege. Die komplette Fertigung von FLSK und muki findet im Umkreis von 50 Kilometern statt – vom Stahlblech bis zur Endverpackung. In Deutschland undenkbar! Auch kein Geheimnis: der umso längere Weg nach München, den wir nicht außer Acht lassen.


Weit weg und doch so nah

Von unseren Lieferanten in China trennen uns Tausende Kilometer. Und eine andere Kultur. Was das für uns heißt? Nähe schaffen - so gut es geht. Denn ein faires Miteinander leben wir in München und in Zhejiang. Grundlage dafür ist, dass wir seit 2015 auf Augenhöhe mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die gemeinsame Weiterentwicklung über Jahre. Wir folgen nicht der vor Ort üblichen Jagd nach dem billigsten Anbieter, sondern fokussieren die langfristige Partnerschaft. Das erreichen wir durch persönlichen Austausch, insbesondere bei den Vor-Ort-Besuchen von Quentin und Patrick mehrmals im Jahr. Der zweite Baustein ist das 5-köpfige FLSK Team China, das wir Euch hier vorstellen. Unsere Produktionsexperten Mater, Xiaoli, Linda, Dave und Hu (Titelbild von links nach rechts) besuchen zur Qualitätsprüfung täglich unsere Produktionsstätten. Die Bildergalerie zeigt das FLSK Team China bei einem Vor-Ort Besuch von Quentin und Patrick.



Was genau bedeutet „fair“?

Doch Qualität heißt für uns nicht nur hochwertige, langlebige Produkte herzustellen. Qualität umfasst auch die menschliche Komponente. Unser 5-köpfiges FLSK Team China beschäftigen wir direkt bei uns. Hier bezahlen wir gleichwertig zu den Münchner Kollegen und Kolleginnen. Zusätzlich übernehmen wir die Sozialversicherungsleistung.

Bei unseren Direktlieferanten werden jährlich externe Audits der Business Social Compliance Initiative (BSCI) durchgeführt. Dadurch haben wir eine objektive Einschätzung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Diese werden größtenteils als „gut“ eingestuft. Die Bildergalerie unten begleitet den Produktionsprozess unseres Hauptlieferanten.

Was wir bis heute für alle unsere Direktlieferanten garantieren können:
  • Alle Mitarbeiter:innen sind freiwillig vertraglich angestellt, es gibt keinerlei Kinder- oder Häftlingsarbeit.
  • In allen Firmen existieren frei gewählte Arbeitnehmervertretungen, die sich regelmäßig treffen und Anliegen vorbringen können.
  • Die Bezahlung der Fabrikmitarbeiter:innen entspricht dem regionalen Mindestlohn oder liegt darüber (unser Hauptproduzent bezahlt 45% mehr).
  • Überstunden werden ausschließlich freiwillig geleistet und durch einen Zuschlag von 150% (werktags) oder 200% (wochenends) kompensiert.
  • Alle Mitarbeiter:innen bekommen umfangreiche Schutzausrüstung gestellt.



Unsere China-Mission: Verständnis bewegt

Was genau „fair“ ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Für uns bedeutet das: Begegnung auf Augenhöhe mit Produzenten und den Mitarbeiter vor Ort. Wir wollen verstehen, wie dort gearbeitet und gelebt wird. Denn die chinesische (Arbeits)kultur entspricht nicht der Deutschen. Das heißt, dass manche Bereiche anders gehandhabt werden. Das müssen wir akzeptieren. Ein beispielhafter Aspekt, der uns immer wieder begegnet: das Thema Arbeitszeiten. In China ist die Arbeitsmoral insgesamt hoch und die Überstundenvergütung sehr attraktiv. In der Konsequenz ist die freiwillige Leistung etlicher Überstunden für viele Mitarbeiter:innen selbstverständlich.

Unser Part dabei? In den nächsten Jahren weiterhin auf Augenhöhe zu allen relevanten Themen sprechen und verstehen – auf beiden Seiten. Und so den Prozess hin zu einem gemeinschaftlichen „Fairness“-Verständnis aktiv vorantreiben.